Die Gilde

Die Harburger Schützengilde wurde 1528 gegründet, um der Wehrhaftigkeit der Harburger Bürger eine militärische Struktur zu geben. Zur Aufrechterhaltung der Wehrhaftigkeit lobte Herzog Otto I. das Harburger Vogelschießen als alljährlichen sportlichen Wettkampf um die Königswürde aus, denn er hatte nach dem Bau des Schlosses kein Geld für ein Söldnerherr zur Verteidigung Harburgs gehabt. Der erste Gildekönig wurde Herzog Otto I. selbst.
Seit nun fast 500 Jahren feiert Harburg sein Vogelschießen. Diese Tradition hat damit viele geschichtliche Ereignisse durchstanden und überlebt. Pausen hat es gegeben, z.B. während des Zweiten Weltkrieges, aber in den 50iger Jahren wurde die Tradition wieder aufgenommen. So blieb auch nach dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 eine Harburger Identität erhalten.

Das 2010 beschlossene Leitbild der Harburger Schützengilde überträgt diese Tradition in die heutige Zeit:

Die Harburger Schützengilde v. 1528 e.V. ist die älteste Institution Harburgs und richtet alljährlich das Harburger Vogelschießen auf dem Schwarzenberg aus. Sie ist der Wahrung der Tradition und dem positiven Image von Harburg verpflichtet. Die Mitglieder der Gilde bilden ein starkes Netzwerk in der Wirtschaft und der Harburger Gesellschaft.

Mitglied der Gilde ist, wer eine Festkarte zum Vogelschießen erwirbt. Insofern hat die Harburger Schützengilde sowohl zivile Mitglieder und solche im Schützenrock, die den Kern der Gilde bilden. Geführt wird die Gilde von der Deputation, die laut Satzung aus neun Männern besteht. Der 1. und 2. Patron bilden die Vorsitzenden des Vereins. Die Schaffer sind die Begleiter des Königs. In den Ämtern des Kommandeurs und der vier Kapitäne werden die alten militärischen Strukturen sichtbar, sind die vier Kapitäne doch die Kompaniechefs Harburgs, Eißendorf, Wilstorfs und Heimfeld.

Die Harburger Schützengilde besteht weiterhin aus mehreren Vereinigungen, in denen sich Mitglieder der Harburger Schützengilde organisieren.

Das sind zum Einen die Fahnenjunker, die die Marschordnung anführen und die Fahnen tragen. Diese Vereinigung wurde 1909 gegründet und fasst zumeist als aktive Fahnenjunker die jungen Mitglieder der Gilde zusammen. Außerdem organisieren Sie das Schießen um die Würde des Montagskönigs und haben mit dem Fahnenjunkerhaus neben dem Gildehaus ihre eigene kleine Heimat.

Die Fahnenjunker

Wer in Schützenrock in die Gilde eintritt, wird zuerst Mitglied der Schützenkompanie. Diese Vereinigung bringt seit über 50 Jahren die Mitglieder der Gilde beim sogenannten Eisbeinessen zusammen.

Die Knopfsergeanten sind die Leibgarde des Königs. Verdiente Mitglieder werden von der Deputation zu Knopfsergeanten ernannt. In einem feierlichen Akt beim Grünkohlessen im Privathotel Lindtner werden die neuen Knopfsergeanten alljährlich eingeführt.

Die Knopfsergeanten

Der Sportvereinigung der Harburger Schützengilde gehören alle Mitglieder von Schiessclubs, fast alle Knopfsergeanten und auch viele Mitglieder der Schützenkompanie an, dazu natürlich alle Sportschützen und Jugendliche. Insgesamt sind das ca. 200 Mitglieder.

Außerdem organisieren sich Mitglieder in den Schießclubs, die intensives Vereinsleben in kleinen Kreisen der Gilde abbilden. Zur Zeit hat die Gilde 12 Schießclubs:

  • Germania
  • Harburg
  • Hans Eidig
  • Herzog Otto
  • Major v. Bissing
  • Oberbürgermeister Grumbrecht
  • Preußen
  • Scharnhorst
  • Schwarzenberg
  • Süderelbe
  • Welfen zu Harburg
  • Ehrenpatron Ernst Richter